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Ewing-Sarkom
Letzte Aktualisierung am: 09.04.2009
Molekularbiologie
Die tumorspezifischen Mutationen haben bei allen Krebserkrankungen ein gemeinsames Merkmal: ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Wachstums- und Absterbeverhalten von Zellen, wodurch das ungebremste Tumorwachstum erst möglich wird. Hiermit beschäftigt sich die Molekularbiologie. Nur ein möglichst umfassendes Verständnis der Tumorbiologie führt zu neuen Wegen in der Krebstherapie.
Krankhafte Fusionen
Als das St. Anna Kinderkrebsforschungsinstitut 1988 gegründet wurde, war kaum etwas über die molekularen Ursachen des Ewing Sarkoms bekannt, eine bösartige Form des Knochenkrebses, bei der häufig Metastasen gebildet werden. Dementsprechend schwierig war die Diagnose.
- Die charakteristischen Veränderungen in bestimmten Knochentumoren, die chimäre Proteine zur Folge haben, stellen einen weiteren Schwerpunkt der Forschungstätigkeit dar. Diese tumorspezifischen Genprodukte sind möglicherweise ideale Ansatzpunkte für gezielte tumorspezifische Therapien, denn sie exisiteren ausschließlich in den Tumorzellen. Die Studien werden im nationalen und internationalen Verbund mit anderen Partnern betrieben, auch mit Unterstützung des österreichischen Gen-AU Programms www.gen-au.at/projekt.jsp?id=24 | www.gen-au.at/projekt.jsp?id=63
- Die Wirkung dieser chimären Proteine wird im EU-Projekt Prothets untersucht.

Doz. Dr. Heinrich Kovar ist auf die Erforschung wichtiger Merkmale im Erbgut des Ewing Sarkoms spezialisiert. So konnte beim Ewing Sarkom ein potentieller Ansatz identifiziert werden, um dem ungebremsten Zellwachstum einen Riegel vorzuschieben. Es ist gelungen, jenes Eiweiß zu charakterisieren, welches für das Tumorwachstum ausschlaggebend ist. Die tumorspezifischen Veränderungen (z.B. das Verschmelzen zweier Gene zu einem Fusionsgen) gelten heute weltweit als Standarddiagnosekriterien und als Hoffnungsträger für gezielte Therapien. Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig intensive Grundlagenforschung für die moderne Krebsbehandlung ist.



