Forschen heilt Krebs - Erfolge öffentlich machen

NEWSPRESSEGESPRÄCH 09.12.2010
Spannungsfeld Kinderkrebs: Politisches Handeln in Österreich ist gefordert

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Moderne Behandlungsmethoden

Letzte Aktualisierung am: 18.11.2008

Mit den Studien zur Therapieoptimierung (TOS) wurde umgehend der Weg geebnet, um neue Technologien aus dem Forschungslabor zum Nutzen der Patienten einzuführen. Viele dieser Entwicklungen sind teilweise durch Projekte im Rahmen früherer EU-Forschungs-Rahmenprogramme finanziert worden.

Methoden zur Früherkennung

Mit hochempfindlichen Methoden können sowohl bei Leukämien als auch bei soliden Tumoren im Blut und Knochenmark Tumorzellen nachgewiesen werden, um

  • das Erkrankungsausmaß vor Therapiebeginn festzustellen
  • als optimaler Maßstab für das Therapieansprechen zu dienen
  • während und nach der Therapie auch das Auftreten eines Erkrankungs-Rückfalls in einem sehr frühen Stadium zu erkennen.

Diese verfeinerte Diagnostik führt zu einer dem tatsächlichen Risiko des Patienten angepassten, individualisierten Therapie.

 

Für verschiedene Krebserkrankungen (Leukämie, Ewing Sarkom, Neuroblastom) hat das St. Anna Kinderkrebsforschungs-Institut sensitive immunologische und molekulare Nachweismethoden entwickelt. Deren Einsatz ist heute bei Leukämien schon europaweiter Standard. Diese Analysen erlauben bereits neun Wochen nach der Diagnose, das Ansprechen auf die Therapie festzustellen und damit das Rückfallrisiko abzuschätzen.

 

Dies bedeutet, dass Kinder mit einem geringen Risiko nur geringen Therapienebenwirkungen ausgesetzt werden. Bei Kindern mit einem schlechten Ansprechen soll wiederum eine alternative Therapie die Heilungsraten erhöhen.

Knochenmarktransplantation

Für viele Leukämie-Patienten die einzige lebensrettende Therapie

 

Hierzu werden Vorläuferzellen der Blutbildung (sogenannte Knochenmark-Stammzellen), die einem Spender aus dem Knochenmark (KM) entnommen wurden, einem Empfänger zugeführt, dessen Knochenmark und Abwehrfähigkeit durch eine vorausgehende Chemotherapie weitgehend zerstört ist. Dieses Vorgehen hat sich als wirksamstes Verfahren etabliert, um restliche Tumorzellen im Körper des Patienten abzutöten, und kann aufgrund wesentlicher methodischer Verbesserungen viel häufiger als früher erfolgreich angewandt werden.

 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation ist die Übereinstimmung der Verträglichkeitsmerkmale zwischen Spender und Empfänger. Eine Datenbank mit fast zehn Millionen Einträgen potentieller Spender erleichtert heute die Identifizierung geeigneter Spender. Eine hochempfindliche Methode, die charakteristische Zellparameter mittels Durchflusszytometrie (FACS) analysiert, wird erfolgreich angewandt, um sogar haploidente Transplantationen durchführen zu können, bei denen nur die Hälfte der Verträglichkeitsmerkmale zwischen Spender und Empfänger übereinstimmt.

Blut-Stammzelltransplantation

Dieses neuere Verfahren hat sich bewährt, sowohl für die autologe Stammzelltransplantation (= Rückführung eigener aus dem Blutkreislauf gewonnener Blutstammzellen, insbesondere bei PatientInnen mit aggressiven metastasierten Krebsformen), als auch für die allogene Stammzelltransplantation (= Infusion von Blutstammzellen von geeigneten Fremdspendern, z.B. bei nicht bösartigen, aber lebensbedrohlichen hämatologischen oder immunologischen Erkankungen).

  • Bis vor einigen Jahren war es üblich, Blut-Vorläuferzellen aus dem Knochenmark zu gewinnen. Die Forschungsergebnisse der St. Anna Kinder-Krebs-Forschung haben allerdings gezeigt, dass die aus dem Blut gewonnenen Stammzellen (nach entsprechender Bearbeitung) ein deutlich besseres Wachstum im Empfänger haben und für diesen auch wesentlich besser verträglich sind.
  • Für den Spender ist die Entnahme der Stammzellen risikoärmer, für den Empfänger bedeutet dies eine raschere Regeneration der Blutbildung nach der Transplantation.
  • Mit Hilfe der neuen Molekulargenetik-Methoden kann die Regeneration der Blutzellen nach einer Transplantation überwacht werden. Bereits in den ersten Tagen nach der Transplantation kann eine drohende Abstoßung oder ein beginnender Rückfall der Erkrankung erkannt und therapeutisch rasch darauf reagiert werden.
  • Die ersten Monate nach der Transplantation sind der kritische Zeitraum für den Patienten. Durch Unterdrückgung des Immunsystems muss die Verträglichkeit der gespendeten Stammzellen aus dem Empfängerorganismus erst „erlernt“ werden. Es besteht bis zur vollständigen Wiederherstellung des körpereigenen Abwehrsystems ein großes Infektionsrisiko. Ziel der Transplantationsimmunologie ist es, Verfahren zu entwickeln, die beiden Aspekten gerecht werden.